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Feier, Danksagung, Erneuerung:

Písek-Erklärung (2007)

der Internationalen Ökumenischen Gemeinschaft (IEF)


I. Wir, die Mitglieder der IEF, sind nach Písek in Tschechien gekommen, um den 40. Ge-burtstag der IEF zu feiern und über unsere Geschichte nachzudenken. Aber Gott hat uns mehr ge-schenkt: die Erneuerung unseres Taufversprechens, das unserer Sendung mit einem frischen Aus-gießen des Heiligen Geistes Kraft verleiht.

Wir haben über die Kühnheit der IEF-Pioniere nachgedacht und den Herrn für die wunder-baren Erfahrungen von Einheit gepriesen, mit denen wir gesegnet worden sind.

Wir haben uns daran erinnert, dass die IEF im Anschluß an das Zweite Vatikanische Konzil (1962–1965) ins Leben gerufen worden ist, als Mitglieder der Internationalen Liga für Apostoli-schen Glauben und Kirchenverfassung (ILAFO, 1951) auf ihrer Konferenz in Fribourg/Schweiz 1967 einen einmaligen Augenblick der Erneuerung wahrnahmen.

Die Einrichtung nationaler Regionen 1974 sowie das Entstehen neuer Regionen in Zentral- und Ost-Europa nach 1989 verhalfen uns zu gegenseitiger Bereicherung, neuen Einsichten und Er-fahrungen.

Im Verlauf unserer Geschichte wuchsen wir zu einer Gemeinschaft (koinonia) zusammen, die heute die Kirche von morgen lebt: „Gottes Willen dienen, Gottes Volk vereinigen, Gottes Wort hören, Gottes Lob verkündigen und Gottes Brot brechen.“

Wir erinnern an das Wort unserer Gründer mit machtvoller Mission und Vision: “Durch Gebet, Studium und Aktion sucht die IEF, der Bewegung zur sichtbaren Einheit der Kirche zu die-nen, in Entsprechung zu dem ausdrücklichen Willen Jesu Christi und auf die Weise, die ER will.“

II. Wir bestätigen, dass gemeinsames Gebet und gemeinsamer Gottesdienst das Herz der IEF ausmachen. Dadurch werden wir mit Gott und miteinander eins, erfahren die Macht des Heili-gen Geistes und die Wirklichkeit der einen, heiligen, katholischen (universalen) und apostolischen Kirche.

Das Herz der internationalen IEF-Konferenzen ist immer die tägliche, in unterschiedlichen kirchlichen Traditionen gefeierte Eucharistie gewesen. In Písek haben wir das Statement Eucharisti-sches Teilen gebilligt, das unsere Hoffnung zum Ausdruck bringt und den Weg zu voller eucharisti-scher Gemeinschaft zwischen den Kirchen aufzeigt.

Wir leben davon, das Wort Gottes unter der Leitung des Heiligen Geistes zu vernehmen. Bibelstudium ist Quelle und Kern auf unserem Weg zum apostolischen Glauben und einem gemein-samen Verständnis der Botschaft und Sendung Jesu Christi in der Welt von heute.

Mit Hilfe der Theologischen Kommission (ThC) sind wir herausgefordert, Jüngerschaft, grundlegendes Studium und theologisches Training in den Regionen zu verstärken, um Mitglieder in ökumenischem Dialog und Aktion hilfreich zu informieren und zu engagieren.

III. Wir begrüßen und anerkennen die Charta Œcumenica: Leitlinien für die wachsende Zu-sammenarbeit zwischen den Kirchen in Europa (2001) und empfehlen ein näheres Studium ihrer Verpflichtungen.

In einem säkularisierten Europa mit seiner Orientierungskrise und dem Verlust christlicher Werte ist nur das Zeugnis einer ungespaltenen Christenheit glaubwürdig. Wir sind davon überzeugt, dass das spirituelle Erbe des Christentums eine mächtige Quelle für Inspiration und Einheit in Eu-ropa und der ganzen Welt darstellt. Deshalb verpflichten wir uns, das Evangelium gemeinsam auf den Gebieten von Evangelisation, Seelsorge und christlicher Erziehung zu vermitteln, auch auf öf-fentlichem Terrain, was Verpflichtung zu sozialen und öffentlichen Angelegenheiten einschließt.

Unsere Zeit ist eine Zeit für ein dienendes und liebevolles Christentum, für Christen an der Basis, für lokale Gruppen und Gemeinden, für nationale und internationale ökumenische Organisa-tionen, Kirchen und Denominationen, um gemeinsam für Jesus Christus und sein kommendes Reich Zeugnis abzulegen.

Wir tragen den biblischen Ruf weiter: „Wach auf, wach auf ... zieh an deine Stärke, schütte-le den Staub ab, steh auf,“ „steh auf und gehe umher“ (Jes. 52,1.11; Apg 3,6).

Wir sind bereit, um Jesu Christi und seines Evangeliums willen Risiken auf uns zu nehmen, und auch für die Einheit, die Gott uns geschenkt hat. Im Namen Jesu Christi, gemeinsam auf sein Wort hörend und begeistert von dem Geist von Pfingsten, bemühen wir uns um die Erfüllung unse-rer Sendung.